Förderprogramm für Notfalltreffpunkte stößt auf große Resonanz im Westerwaldkreis
Das vom Westerwälder Kreistag auf Initiative der CDU-Kreistagsfraktion gestartete Förderprogramm zur Einrichtung von Notfalltreffpunkten in den Ortsgemeinden hat eine sehr erfreuliche Nachfrage ausgelöst. Wie Landrat Achim Schwickert in der jüngsten Kreistagssitzung berichtete, haben bis zum Ende der Antragsfrist 173 der 191 Ortsgemeinden einen Förderantrag gestellt – ein starkes Signal für das wachsende Bewusstsein rund um Krisenvorsorge und Katastrophenschutz.
Der Westerwaldkreis verfolgt mit dem Programm das Ziel, in allen Gemeinden zentrale Anlaufstellen zu schaffen, die im Katastrophenfall – etwa bei einem großflächigen Stromausfall – schnell erreichbar sind und grundlegende Hilfeleistungen ermöglichen. Notfalltreffpunkte sollen dabei bewusst abseits klassischer Gefahrenabwehreinrichtungen wie Feuerwehrgerätehäusern liegen und der Bevölkerung als bekannte, leicht zugängliche Erstanlaufstellen dienen.
Breites Spektrum förderfähiger Maßnahmen
Gefördert wurden Investitionen, die der Einrichtung, Ausstattung oder dem Betrieb solcher Treffpunkte dienen. Dazu zählen unter anderem:
• die Entgegennahme und Weiterleitung von Notfallmeldungen an Leitstelle und Polizei
• Unterstützung beim Erhalt persönlicher Kommunikationsmöglichkeiten, etwa durch das Laden
von Mobiltelefonen
• Organisation von Hilfen für besonders schutzbedürftige Menschen
• Bereitstellung von Erster Hilfe sowie sanitären Grundversorgungsangeboten
• Ausgabe von Lebensmitteln
• Stärkung der Selbst- und Nachbarschaftshilfe
Damit sollen die Gemeinden in die Lage versetzt werden, im Ernstfall schnell und eigenständig zu handeln und die Bevölkerung niedrigschwellig zu unterstützen.
Finanzielle Mittel nahezu vollständig genutzt
Für jede Ortsgemeinde standen bis zu 7.500 Euro bereit, insgesamt hatte der Kreistag 1,5 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt. Bereits 420.000 Euro wurden ausgezahlt, weitere Anträge mit einem Volumen von rund 877.000 Euro befinden sich in Bearbeitung. Damit fließen rund 1,3 Millionen Euro aus dem Förderprogramm direkt in Maßnahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes vor Ort.
Landrat Schwickert lobte die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden und Kreisverwaltung. Das große Interesse zeige, dass die Kommunen Verantwortung übernehmen und die Bedeutung lokaler Vorsorge ernst nehmen.
CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel betont: „Mit dem Förderprogramm ist ein wichtiger Schritt getan, um die Widerstandsfähigkeit der Westerwälder Gemeinden gegenüber Krisen zu stärken – und die Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall nicht allein zu lassen.“