Hoher Stellenwert für Kindeswohl und Kindergesundheit
Die diesjährige Netzwerkkonferenz zur Förderung von Kindeswohl und Kindergesundheit des Westerwälder Kreisjugendamts stieß auf außergewöhnlich großen Zuspruch: Über 450 Teilnehmende kamen ins Bürgerhaus Wirges, um sich unter dem Leitmotiv „Trauma verstehen – Kinder und Jugendliche wirksam begleiten“ fortzubilden und zu vernetzen.
Stellenwert des Themas im Westerwaldkreis
Landrat Klaus Lütkefedder betonte in seinem Grußwort die Bedeutung eines gemeinsamen fachlichen Austauschs über Traumabewältigung. Trotz eines vollen Terminkalenders nahm er sich bewusst Zeit für die Veranstaltung und würdigte die Vielfalt der anwesenden Professionen – pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Mitarbeitende des Jugendamts.
„Ich finde es gut, wenn bei der Traumabewältigung die unterschiedlichen Blickwinkel hier und heute zum Austausch kommen und weitere persönliche Vernetzungen entstehen. Als Westerwaldkreis wollen wir das Themenfeld gemeinsam mit allen Beteiligten angehen. Wir wollen den Betroffenen weiterhelfen“, sagte Lütkefedder.
Die neue Jugendamtsleiterin Alessandra Dierkes stellte sich erstmals in größerem Rahmen vor und kündigte eine offene, konstruktive Zusammenarbeit an. Sie freue sich auf „interessante Gespräche und einen guten Austausch“.
Fachliche Impulse: Trauma verstehen – Trauma begleiten
Diplom Pädagogin Andrea Galitz vom Trauma Institut Westerwald führte mit einem fachlich fundierten Vortrag in die Grundlagen der Trauma Begleitung ein. Sie betonte die zentrale Rolle von Hoffnung, Zuversicht und einem „sicheren Ort“, den traumatisierte Kinder und Jugendliche benötigen. Wertschätzung und Teilhabe seien entscheidende Faktoren für Heilungsprozesse. Zudem verwies sie auf unterschiedliche Ausprägungen traumatischer Erfahrungen bei Jungen und Mädchen.
Anschließend beleuchtete Diplom Sozialarbeiterin Simone Densing anhand der Lebensgeschichte einer Jugendlichen verschiedene Stufen traumatischer Erlebnisse. Als langjährige Schulsozialarbeiterin unterstrich sie die Bedeutung von Vertrauensaufbau und Beziehungsarbeit als Grundpfeiler erfolgreicher Krisenbewältigung.
Wertschätzung für Organisation und Engagement
Zum Abschluss galt der Dank allen Teilnehmenden sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern. Besonderer Dank galt Kristin Andree und Tamara Sturm vom Jugendamt des Westerwaldkreises, die die Netzwerkkonferenz maßgeblich organisiert hatten.