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Wir stehen zu Toleranz

Sven Heibel hat in Facebook geäußert, dass er die Abschaffung der Strafbarkeit von gelebter Homosexualität vor 20 Jahren bedauert. Er hat betont, dass dies eine private Meinungsäußerung darstellt. Die CDU Westerwald, die Junge Union und der Gemeindeverband Wallmerod distanzieren sich deutlich von dieser Aussage. JU-Kreisvorsitzende Jenny Groß: „Das war eine private Äußerung, die mit den Werten und Positionen der Jungen Union absolut unvereinbar ist. Wer so etwas sagt, spricht nicht im Namen der JU.Wir stehen für Toleranz und freiheitliche Werte ein. Diskriminierende Äußerungen lehnen wir ab.“ Dass Homosexualität seit der Abschaffung des § 175 StGB nicht mehr strafbar ist, sei wichtig und richtig betont auch die CDU-Kreisvorsitzende Gabi Wieland MdL. Sven Heibel ist bereits aus dem JU-Landesvorstand abgewählt worden. Weitere disziplinarische Maßnahmen der CDU werden folgen. So wird der Gemeindeverband über einen Ausschluss aus der Fraktion entscheiden. Auch der CDU-Landesverband und die Landesvorsitzende haben sich bereits deutlich distanziert.

Thorsten Ferdinand hat einen passenden Kommentar in der Westerwälder Zeitung veröffentlicht: „Die homophoben Äußerungen des CDU-Politikers Sven Heibel machen betroffen. Wer in der heutigen Zeit den Eindruck erweckt, dass er eine Haftstrafe für Menschen mit homosexueller Neigung für angebracht hielte, ist wahrlich nicht in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts angekommen. Da können die Formulierungen des kürzlich abgewählten Ortsbürgermeisters von Herschbach noch so unglücklich und missverständlich gewesen sein – sie sind einem demokratisch legitimierten Volksvertreter einfach nicht würdig. Trotz vieler verbaler Entgleisungen in den Reaktionen im Internet macht der Fall aber auch Hoffnung. Denn er zeigt deutlich, dass Intoleranz in unserer Gesellschaft keine Chance mehr hat. Etliche Facebook-Nutzer haben Sven Heibel sofort nach seiner Veröffentlichung die rote Karte gezeigt. Und auch die CDU als große Volkspartei hat keinen Zweifel daran gelassen, dass sie derartiges Gedankengut nicht unterstützt. Die Mehrheit der Bewohner unseres Landes ist davon überzeugt, dass jeder Mensch sein und leben darf, wie er will. Und das ist – um es mit den Worten von Klaus Wowereit zu sagen – auch gut so.“