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Junge Union diskutiert mit Wolfgang Bosbach (MdB) zum Thema Jugendkriminalität   

"Jugendkriminalität findet nicht nur in Großstädten statt, auch der Westerwaldkreis ist davon betroffen, doch was sind die Hintergründe und wie man diesem entgegnen?" Dies fragte sich die Junge Union Westerwald gemeinsam mit der Kreis CDU und dem Ortsverband Ransbach-Baumbach.

Die jungen Politiker konnten für dieses brennende Thema den CDU Vorsitzenden des Innenausschusses im Deutschen Bundestag, Wolfgang Bosbach MdB, den langjährigen Jugendrichter Bernd Schmickler und den Polizeijungedbeauftragten Uwe Konz gewinnen. Gemeinsam mit vielen Anwesenden diskutierten sie intensiv die Thematik und beleuchteten dabei die unterschiedlichen Facetten.

Bosbach stellte den Wert der Familie und der Erziehung in den Vordergrund. Eine der wesentlichen Ansatzpunkte für eine effektive Gewaltprävention sei das Vorleben von Gewaltlosigkeit: "Wer von frühester Kindheit an Gewalt vorgelebt bekommt, der wird später auch selbst gewaltbereiter sein. Deshalb müssen wir zwei Ziele anstreben: Erstens muss von den Eltern die Bereitschaft zur Gewalt konsequent und von Anfang an geächtet werden! Zweitens müssen die Tugenden wie Respekt, Pünktlichkeit und Disziplin wieder verstärkt eine Rolle spielen!"

Uwe Konz von der Polizeidirektion Trier lobte die positive Entwicklung der Einrichtung "Häusern des Jugendrechts", an deren Aufbau er in Trier selbst mitgewirkt habe. In solchen Häusern seien Polizei, Staatsanwaltschaft und das Jugendamt eng mit der Thematik verknüpft. Die gute Koordination, die zwischen den Behörden in diesen Häusern erreicht werde, mache es möglich, schnell greifende und passende Maßnahmen für jeden Täter zu finden." Bisher gibt es solche Einrichtungen nur in den großen Städten. Aber eine Ausweitung in die Fläche ist geplant, und nach den guten Ergebnissen in Trier hoffe ich auf eine rasche Umsetzung", meinte Konz.

Aus der Praxis der Justiz berichtete Jugendrichter Schmickler. Er betonte dabei nachdrücklich die Relation zwischen der Menge der Straftaten und den dazugehörigen Tätern: "Ein Großteil der schlimmen Delikte wird von einem winzigen Prozentsatz an Intensivtätern begangen. Die Jugendlichen, die als Intensivtäter bekannt sind, begehen meist so viele Taten, dass sie als Justiz kaum hinterherkommen."

So besprach man auch die Einflüsse von Drogen und Alkohol, den Anteil von Migranten unter den Jugendkriminellen. Dabei wurde im Publikum die Forderung nach einem schärferen Jugendstrafrecht laut. Diese wurde von den Experten abgelehnt. "Die nötigen Paragraphen sind vorhanden, sie müssen nur konsequent angewandt werden", meinte Bosbach. Auch Jugendrichter Schmickler verneinte einen Bedarf nach schärferen Regeln. Viel sinnvoller als eine Verschärfung des Maßnahmenkatalogs sei eine Ergänzung: "Einen kurzer Warnschussarrest in relativ dichter Folge zur Tat erschiene mir oft sinnvoller als eine Bewährungsstrafe, die nach einem halben Jahr ausgesprochen wird."

Die Organisatoren der Veranstaltung zogen ein sehr positives Fazit. Marcel Kühn, der die Diskussion moderierte, meinte: "Es hat sich für uns gezeigt, dass die Jugendkriminalität kein Problem ist, mit dem die Polizei oder die Justiz allein fertig werden können. Vielmehr müssen wir als Gesellschaft uns die Aufgabe stellen, konsequent gegen die Jugendgewalt vorzugehen. Der erste Schritt dorthin, das Problem zu erkennen und darüber zu sprechen, wurde heute gemacht."

Abschließend sagte die JU-Kreisvorsitzende, Jennifer Groß: "Wir wollen dafür sorgen, den Stein weiter ins Rollen zu bringen und das Thema Jugendkriminalität gemeinsam anzugehen, denn eine vernünftige Politik beginnt mit der Wirklichkeitsbetrachtung. Jeder muss ein Vorbild sein, Werte vermitteln und zu Gewaltlosigkeit aufrufen - dazu brauchen wir jeden Bürger!"

 
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