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CDU – Impulse: Hausarzt auf dem Land – Zukunftsmodelle erörtert

thumb HausarztGesamtDSC01141Die Westerwälder Impulse, diesmal von CDU-Gemeindeverband Hachenburg und der CDU-Kreistagsfraktion veranstaltet, hatten das Thema „Hausarzt auf dem Land -  Modelle für heute und morgen“ auf der Tagesordnung. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel konnte als Referent Dr. Thomas Urbach begrüßen, er ist Hausarzt in Bad Marienberg und gleichzeitig Leiter der Stabsstelle hausärztliche Versorgung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin. Krempel machte zu Beginn deutlich: „Es ist wichtig, dass wir in einen Dialog einsteigen. Auch die Politik vor Ort kann für die Rahmenbedingungen etwas tun. Wie lässt sich ärztliche Versorgung mit Hausärzten im ländlichen Raum in den nächsten Jahren  sicherstellen? Gibt es neue Organisationsformen um Hausarztpraxen patientenorientiert und  wirtschaftlich im ländlichen Raum zu betreiben?“

 

Strukturwandel und Ausbildung
Dr. Thomas Urbach versuchte für die vielfältigen Fragen aus seiner berufsständischen Arbeit auf Bundes- und Landesebene sowie den eigenen Praxiserfahrungen  Lösungsansätze aufzuzeigen. Der Hausarzt ist nach seiner Auffassung erster Ansprechpartner bei der ärztlichen Versorgung. Bis 2020 müsse die Hälfte der Hausarztstellen neu besetzt werden. Bei der Besetzung der Hausarztstellen sei ein Strukturwandel erkennbar. 63 Prozent der Fachärzte mit allgemeinmedizinischer Ausbildung seien Frauen,  die auch verstärkt angestellte Beschäftigungsverhältnisse anstrebten.
Als ein wesentliches Hemmnis für die Gewinnung einer größeren Anzahl von Hausärzten sieht Dr. Urbach die gegenwärtige medizinische Aus- und Weiterbildung. Neben dem Mangel an Lehrstühlen für die Allgemeinmedizin sei auch kein eigener Schwerpunkt Allgemeinmedizin im Studium bzw. Praktischen Jahr vorhanden. Die Finanzierung der ambulanten Ausbildung müsse an die der stationären Ausbildung angepasst werden. Das Angebot an Ausbildungsplätzen und die Vernetzung der Weiterbildungsangebote müsse ebenfalls deutlich verbessert werden.
Es gehe den jungen Ärzten oft nicht um „das große Geld“, Umfeld und Arbeitsbedingungen nehmen einen hohen Stellenwert ein. Von kommunaler Seite werde Unterstützung bei der Übernahme bzw. Einrichtung von Praxen erwartet. Praxen neuer Prägung werden anders organisiert und seien trotzdem patientenorientiert. Auch die „Hausbesuche“ werden weiterhin ermöglicht. Nichtärztliche Funktionen werden allerdings beispielsweise durch Versorgungsassistentinnen – Nachfolge von früheren Gemeindeschwestern - durchgeführt.

Was ist vor Ort zu leisten?
CDU-Kreisvorsitzender Dr. Andreas Nick MdB zeigte auf, dass die Politik mit ihren Rahmenbedingungen auch künftig eine verlässliche Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sicherstellen wolle. Allerdings müssten bei Lösungsansätzen immer die lokalen Situationen einbezogen werden.
Als wichtige Elemente der Gesundheitsversorgung in der Region kennzeichnete CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Karl-Heinz Boll die Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte in der ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz am DRK Krankenhaus in Hachenburg sowie die kooperative Zusammenarbeit mit den heimischen Krankenhäusern.
Die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern als auch die Einrichtung der Bereitschaftsdienstzentrale bezeichnete Dr. Thomas Urbach als gut. Die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale sei ein zentraler Anlaufpunkt für Patienten außerhalb der Praxisöffnungszeiten der behandelnden Ärzte. Dort arbeiten qualifizierte Ärzte zur Behandlung von akut aufgetretenen Erkrankungen.
MdL Ralf Seekatz hält es für notwendig, dass Anreize geschaffen werden, die Arztpraxen im ländlichen Raum erhalten. Wertschätzung und eine kooperative Zusammenarbeit seien weitere förderliche Aspekte, um den ländlichen Raum für Ärzte attraktiv zu halten.
Landrat Achim Schwickert warb dafür, dass die Kommunen gemeinsam Überlegungen anstellen, um beispielsweise das Studium von jungen Medizinern finanziell zu unterstützen. Diese sollen sich anschließend für eine Hausarzttätigkeit im ländlichen Raum verpflichten. Hierdurch könnten vorhandene Praxen erhalten bzw. neue Gesundheitszentren mit Allgemeinärzten verstärkt werden.
Nach Auffassung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Stephan Krempel wird die Landarztpraxis der Zukunft in einem Ärztehaus bzw. einer Gesundheitspraxis untergebracht sein. Dr. Thomas Urbach habe als „Landarzt mit Herzblut“ Aspekte für die kommunale Praxis aufgezeigt, die von der CDU-Fraktion auch aufgegriffen werden sollen.